Fachreferat am BKGE Oldenburg: Stille Ausgrenzung sichtbar machen

Am 15. November 2025 durfte ich am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europas (BKGE) in Oldenburg (Deutschland) im Rahmen der internationalen Tagung
„Transnationale Kommunikationsprozesse bei der Herausbildung kultureller Identitäten“ ein Fachreferat halten.

Unter dem Titel Stille Ausgrenzung von Kindern mit Albanisch als Erstsprache in der Schweiz – Mehrsprachige Identität stärken statt sanktionieren“ thematisierte ich eine Form von Ausgrenzung, die selten offen benannt wird: jene, die entsteht, wenn ein unreflektierter monolingualer Habitus in Schule und Familie den deutsch-albanischen Spracherwerb erschwert statt unterstützt.

Im Zentrum stand nicht das zweisprachige Kinderbuch als Produkt, sondern die gesellschaftliche Verantwortung, Mehrsprachigkeit als Normalität anzuerkennen. Anhand schulischer Praxis, familiärer Sprachmuster und aktueller Daten wurde aufgezeigt, wie fehlende Wertschätzung der Erstsprache zu Verunsicherung, Leistungshemmnissen und Identitätskonflikten führen kann – oft gut gemeint, aber folgenreich.

Die Tagung bot einen dichten fachlichen Rahmen, um über sprachliche Diversität, Zugehörigkeit und Integration im transnationalen Kontext zu diskutieren. Besonders deutlich wurde: Mehrsprachige Identität entsteht nicht von selbst – sie wird entweder gestärkt oder still sanktioniert.

Ein herzlicher Dank gilt Brikena Kadzadej sowie den Kolleginnen und Kollegen aus Germanistik und Erziehungswissenschaften für die offene Diskussion und die differenzierten Rückmeldungen.

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